Investment Piano
Klaviere und Flügel als Wertanlage! Ist so ein Investment sinnvoll und welche Rolle spielt dabei das Alter?
Ich höre derzeit eine Frage öfter denn je: Wie verhält es sich mit dem Werterhalt bei Flügeln?
Wir sind in erster und wenigstens zweiter Linie keine Investmentberater, aber letztlich beschäftigt es viele, wie gut ihre Ersparnisse in einem neuen oder alten Flügel angelegt sind und so versuchen wir hier diese Fragen bestmöglich zu beantworten.
Ergänzung Oktober 2021:
Zu Beginn möchte ich den ursprünglichen Beitrag vom Februar 2021 mit einer aktualisierten Einschätzung ergänzen.
Lipp-Haustein Flügel,
die Einzigartige Verschmelzung von Kunst und Handwerk im Jugendstil.
Viele Künstler zur Zeit des Jugendstil haben es sich zur Aufgabe gemacht nicht nur einzelne isolierte Kunstwerke zu gestalten, sondern größere zusammenhängende Konstrukte zu erschaffen. So galt es nicht nur die äußere Architektur eines Gebäudes zu entwerfen, sondern bis ins kleinste Detail das Außen und das Innen in Einklang zu bringen. Heute würde man vielleicht statt Künstler die Bezeichung Designer hierfür verwenden, da viel Nützlichkeit mit Ästetik verbunden wurde. Es sei dem Leser an dieser Stelle empfohlen einmal alte Fotos von Jugenstil Häusern zu durchstöbern, der Detailreichtum ist einfach beeindruckend.
Der neue Flügel,
ob Steinway, Bechstein oder Co. frisch aus der Fabrik für viele Klavierliebhaber der große Traum.
In der Rubrik gebrauchte Flügel hatte ich angefangen, auch einen Abschnitt zu fabrikneuen Pianos zu schreiben. Da der Abschnitt viel zu lang wurde, schien mir ein eigener Beitrag als passend. Wir handeln nicht mit neuen Flügeln, auch haben wir bisher keine eigenen neuen Flügel gebaut. Warum? Erstens als Händler neuer Instrumente wäre ich an Marken gebunden und hätte weniger Möglichkeiten die Instrumente den individuellen Bedürfnissen meiner Kunden anzupassen. Zweites scheint es mir nicht sinnvoll einen eigenen Flügel zu bauen, der so oder so ähnlich schon existiert. Da gibt mir die Fülle an alten Instrumenten wesentlich größeren Handlungsspielraum. Nichts desto trotz macht der neue Flügel für manche am meisten Sinn.
Das Steinway A B C D
Die Erfindung des modernen Klavierbaus.
Immer wenn ich mich mit den Gründungsgeschichten der großen Klavierbaufirmen beschäftige, komme ich ins Schwärmen. Unter all den Anekdoten und technischen Informationen hat der Werdegang der Steinway‘schen Flügel doch besonderen Stellenwert. Das Herausragendste dabei ist, dass die Steinway-Erfindungen alles was danach kam so sehr prägte wie sonst kein anderer Klavierbauer. Auch und insbesondere Klavierbauer, die ganz andere Klangideale verfolgten, wurden durch Steinway beeinflusst, denn die Familie Steinway erfand weit mehr als nur ein Klangbild.
Klavierlack
und die "Kunst des Lackierens".
Nur wenige Möbel, Autos und andere Gebrauchsgegenstände wurden so aufwendig lackiert wie Klaviere und Flügel. Dies hat seit über 200 Jahren Gültigkeit. Und so steht der Klavierlack ganz allgemein für Lackierungen in höchster Vollendung.
Dies ist wahrlich eine Kunst, da die Eigenschaften des Lacks so günstig zu nutzen sind, dass die einfallenden Lichtstrahlen möglichst geschickt in Wirkung gesetzt werden.
Etwas aus unserer Geschichte
Zwei Brüder mit einer jungen Werkstatt und einer alten Geschichte.
Bereits 1880 begann unser Altonkel Oswald Kasig in der Betriebsführung des Traditions-Klavierbauunternehmens Ed. Seiler Liegnitz. Sein Neffe Edmund Kasig, unser Urgroßvater, lernte dort neben seiner Schreinerarbeit die Polier- und Stimmkunst. Die Liebe zur Musik und zum Handwerk ist unserer Familie bis heute erhalten geblieben. Früh begannen wir mit dem Klavierspielen. Ermuntert durch die Faszination vom Klang alter Instrumente, fing Jendrik bereits im Alter von zwölf Jahren an, sein erstes Klavier zu restaurieren. Mit wachsendem Enthusiasmus folgt er nun seit dem seiner Leidenschaft als Klavierbauer und Restaurator. So verwundert es nicht, dass auch ich mit vollem Ehrgeiz und im Sinne der Familientradition seit ich 14 bin zusammen mit meinem Bruder den Pianos folge.



